"Marokkanische" Kaffeemühlen

 

Bei sogenannte "marokkanische" Kaffeemühle handelt es sich um normale, handelsübliche Kaffeemühlen verschiedenster Hersteller die früher angeblich im afrikanischen Raum auf diese Art und Weise verziert wurden. Ich habe ganz bewusst das Wort "angeblich" verwendet weil ich von einem tschechischen Sammler die Information bekommen habe, dass solch "marokkanischen" Mühlen heute noch in der Tschechei hergestellt werdem sollen. Normale Mühlen sollen auf alt getrimmt und mit den Messingbeschlägen verziert werden. Ob diese Behauptung der Wahrheit entspricht kann ich letztendlich nicht mit absoluter Sicherheit beurteilen. Auffällig ist jedoch, dass bei den meisten dieser Mühlen identische oder zumindest ganz ähnliche Messingbänder angebracht sind, auch die Eidechse aus Messing findet man immer wieder in identischer oder leicht abgewandelter Form auf diesen Mühlen. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass an fast allen Mühlen die ehemals vorhandene Klarlackschicht entfernt wurde und der Holzkörper schwarz, meist fleckig, eingefärbt ist. Hinzu kommt noch, dass diese Mühlen in aller Regel in einem recht schlechten Zustand sind (unbrauchbare Mahlwerke, Rost an allen Metallteilen usw.). Soll diese Maßnahme vielleicht ein höheres Alter der Mühle vortäuschen?? Alle diese Fakten deuten tatsächlich auf ein und demselben "Hersteller" hin und nicht auf das traditionelle Verzieren von Kaffeemühlen verschiedener "Beduinenstämme" oder Volksstämme in Afrika hin.

Wenn man der Behauptung des tschechischen Sammlers zustimmen möchte, muss man davon ausgehen, dass ggf. "Schrottmühlen" günstig eingekauft und mit den Messingverzierungen optisch aufgewertet werden um sie dann als "Marokkanische"Kaffeemühle teuer zu verkaufen.

 

Wie auch immer, echt oder nachgemacht, ein großes Problem bei diesen Mühlen ist immer, dass die Schrauben am Holzkörper unter den Verzierungen liegen, somit ist diese Art von Mühle zwecks Reinigung und entrosten des Mahlwerks nicht mehr zu zerlegen.

 

  • Mühlenkörper aus Buchenholz
  • Trichter und Kurbel schwarz lackiert
  • Mühlenkörper fleckig geschwärzt
  • Alle Seiten mit Zierband und Motiven aus Messing verziert
  • Unterstelliges Mahlwerk
  • Herstellung 2. Hälfte letzten Jahrhundert
  • Maße ca. (H.B.T.)

19 cm

11,5 cm

13,5 cm

 

sonstiges:

  • Auch bei dieser Mühle ein schwarz eingefärbter Mühlenkörper und ein untypisch stark verrostetes Mahlwerk mit den typischen Metallverzierungen.
  • Herstellungszeitraum der ursprünglichen Mühle müssten die 1950er Jahre sein.

 

  • 8-eckiger Mühlenkörper aus Buchenholz
  • Trichter und Kurbel schwarz lackiert
  • Mühlenkörper geschwärzt
  • Alle Seiten mit Zierband und Motiven aus Messing verziert
  • Unterstelliges Mahlwerk
  • Herstellung 2. Hälfte letzten Jahrhundert
  • Maße ca. (H.B.T.)

20,5 cm

13,8 cm

13,8 cm

 

sonstiges:

  • Auch hier Rost an allen Teilen des Mahlwerks und am Doppelschiebedeckel und der nachträglich eingefärbte schwarze Mühlenkörper.
  • Aufgrund der Machart des Holzkörper und des sehr unsauber hergestellten Mahlwerks mit Zahnung anstelle von Rillung wird die ursprüngliche Mühle nicht aus einer europäischen Fabrikherstellung sein. Irgendwie lässt mich nicht der Gedanke los, dass diese Mühle ein Eigenbau eines mehr oder weniger geschickten Hobby-Handwerkers ist, dafür spricht auch die Schublade, deren Blende sehr unsymetrisch angefertigt wurde (3. Foto letzte Reihe).

 

  • Der Mühlenkörper besteht aus lackierten Buchenholz, an den Seiten mit Holzornamenten. An der Vorderseite Löwenkopf mit Ring aus Messing.
  • Deckel und Kurbel vernickelt
  • Unterstelliges Mahlwerk
  • Herstellung ca. 1940/50
  • Maße ca. (H.B.T.)

19 cm

10 cm

12 cm

 

sonstiges:

  • Eine etwas andere "Marokkanische" Mühle. Hier wurde auf die Verzierung mit Messingbänder verzichtet, dafür sind seitlich Holzornamente angebracht.
  • Eine der ganz wenigen "marokkanischen" Mühlen, die rostfrei und nicht schwarz eingefärbt worden ist, aber es ist eben auch keine typische Mühle dieser Art.
  • Auffällig ist der schlechte Zustand des Holzkastens rund um den Löwenkopf. Wahrscheinlich war hier einmal der Firmenaufkleber angebracht, der dann mechanisch entfernt wurde.
  • Mühlenkörper aus Buchenholz
  • Doppelschiebedeckel und Kurbelblatt vernickelt
  • Mühlenkörper (ursprünglich) fleckig geschwärzt
  • Alle Seiten, Deckel und Boden mit Zierband und Motiven aus Messing verziert
  • Unterstelliges Mahlwerk
  • Herstellung 2. Hälfte letzten Jahrhundert
  • Maße ca. (H.B.T.)

19 cm

11,5 cm

13,5 cm

 

sonstiges:

  • Auch hier war ursprünglich der Holzkörper fleckig in schwarz nachgedunkelt worden, ebenso ungewöhnlich starker Rostbefall aller Metallteile.
  • Bei dieser Mühle habe ich mir mal die Arbeit gemacht, die nachträglich angebrachte "schwarze Fleckung" des Mühlenkörpers zu entfernen. Zum Vorschein kam dann das eingebrannte Firmenlogo SWM Klingenthal, siehe 1. Foto in der 2. Reihe. SWM hatte zu DDR-Zeiten seinen Firmensitz in Klingenthal nähe der tschechischen Grenze, daher sind Mühlen dieser Firma in dem Gebiet sehr verbreitet. Auch das kann ein Indiz für die oben beschriebene "tschechische Produktion" der marokkanischen Kaffeemühlen sein.
  • Herstellungszeitraum der ursprünglichen Mühle müssten die 1950er Jahre sein.

 

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