Das "Mahlchen" ist das einzige Dienes-Modell ohne Modellnummer. Dienes hatte diese Mühle in den Katalogen und Preislisten immer nur unter dem Namen "Mahlchen" aufgeführt. Das Modell in Holz wurde unter der Modellnummer 538 aufgelistet, teilweise in Klammern gesetzt mit der Zusatzbezeichnung "Mahlchen".
Rein optisch auf den ersten Blick zwei ganz unterschiedliche Kaffeemühlen. Wenn man sich das Modell 538 jedoch genauer anschaut bemerkt man, dass diese Mühle das aus Kunststoff gefertigte Modell "Mahlchen" mit einer Holzummantelung ist. Das Mahlchen ist mit zwei Holzschrauben mittig der langen Seiten im Holz befestigt, das Oberteil ist mit den vier Maschinenschrauben in eingeschmolzenen Gewindehülsen im Unterteil befestigt.
Beide Modelle sind quasi exakt die selben Mühlen, die 538 ist lediglich mit dem Kirschholzkasten optisch aufgewertet worden. Für diese "Verschönerung" schlug Dienes beim Preis auch fast 50% auf...
Beide Modelle gibt es mit und ohne eingestanzten Hirschkopf auf dem Bohnendeckel. Bei der 538 gibt es Mühlen mit und ohne "PEDE"-Aufkleber in der rechten unteren Ecke auf der Längsseite.
Für die Fotos und Beschreibung des Modells 538 möchte
ich mich herzlichst bei dem Sammlerfreund Herbert bedanken.
Zur Patentschrift Nr. 938608 "Mahlwerksregulierung"
Zur Patentschrift Nr. 974676 "abschließende Platte mit Einfüll- und Austragsöffnung"
Dienes "Mahlchen"
Dienes 538 "Mahlchen"
23 cm
14,5 cm
14,5 cm
sonstiges:
Ursprünglich war auf der Frontseite im linken oberen Bereich der Schriftzug "Mahlchen" aufgebracht (nur beim Mahlchen).
Der rechte Deckel ist die Öffnung zum Bohnentrichter, aus der linken Öffnung entnimmt man das Kaffeepulver.
Damit die Mühle zwecks Reinigung zerlegt werden konnte, musste Dienes die außen am Boden angebrachte Mahlgradschraube "lose" mit der Gewindestange der Mahlgradregulierung verbinden --> das Ende der Gewindestange griff in die Nut der Mahlgradschraube und konnte so im zusammengebauten Zustand verstellt werden.
Kaffeemühlen dieser Art wurden in den 1950er Jahren auch von anderen Herstellern angeboten. Auffällig ist, dass alle Hersteller ihrem Modell Namen gegeben hatten. Während Dienes der oben gezeigten Mühle den Namen "Mahlchen" gab, hieß die Mühle von KyM "Milly" und bei der Firma BeHa "Liliput".
Kleines Hintergrundwissen:
Die stufenförmig, nach oben hin abgeschrägte Kurbel, welche die Fa. Dienes in den 1950er Jahren einführte, wurde nötig aufgrund der flachen Bohnendeckel bei denen man in Gefahr lief, sich beim Kaffeemahlen die kurbelnde Hand zu verletzen.
Dienes Patent-Nummer DE1657404 vom 19.05.1953
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